B
Bartók, Béla
1881–1945
Komponist, Pianist, Musikethnologe
Biografischer Verweis
https://www.deutsche-biographie.de/pnd118506900.html
https://www.mgg-online.com/mgg/stable/532453
https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00002543
Bezug
Konzert am Bauhaus am 12. Oktober 1927 für den Freundeskreis mit eigenen Werken und Musik von Zoltán Kodály; ebenso Abendeinladung zu Paul und Lily Klee, an der auch Arthur Rother teilnahm (vgl. Hopfengart2025). Rezeption seiner Musik u. a. in Konzerten und künstlerischen Arbeiten (z. B. László Moholy-Nagy: »Tagebuch einer Fliege«, 1946, basierend auf Bd. 6, Nr. 142 des »Mikrokosmos«). Kranz1985 berichtet zudem von einer Einführungsveranstaltung 1931 in B.s Werk durch Musiker des Leipziger Konservatoriums. Weitere Kontakte mit u. a. Wassily Kandinsky, Henri Nouveau, Walter Gropius, László Moholy-Nagy und Paul Arma. Im Bartók-Archiv Budapest finden sich Korrespondenzen mit dem Bauhaus; ebenso im Nachlass von Paul Arma jeweils mit weiteren Informationen.
Literatur (Auswahl)
Hopfengart, Christine: »›Klee-Konzerte‹ und Hausmusik – Paul und Lily Klee als Musikerpaar am Bauhaus«. In: Musikerinnen und Musiker im Umfeld des Bauhauses, hg. von Kai Hinrich Müller. 2025. S. 135–149. Philipp Oswalt (Hg.): »Lehrangebot und Ereignisse Bauhaus Dessau – 1927 bis 1930«. In: Hannes Meyers neue Bauhauslehre. Von Dessau nach Mexiko, hg. von Philipp Oswalt. 2019. S. 534–549. Okuda2006. Dietzsch, Folkert: Die Studierenden am Bauhaus. 2 Bde. 1990. Kranz, Kurt: »Die Pädagogik am Bauhaus und danach«. In: Bauhaus und Bauhäusler. Erinnerungen und Bekenntnisse, hg. von Eckhard Neumann. 1985. S. 337–355. Bartók1981. Strauss, Thomas: »Das Beispiel Bartóks, Tobias: »Bauhaus, Saarkampf, Musique concrète. Stationen des Bartók-Schülers Imre Weisshaus (= Paul Arma)«. In: Zwischen Volks- und Kunstmusik. Aspekte der ungarischen Musik, hg. von Stefan Fricke. 1999. S. 134–145. Bauhaus-Archiv Berlin (Hg.): bauhaus zeitschrift 1926–1931, Faksimile-Edition, mit einem Essay von Astrid Bähr. 2019.. Bauhaus-Archiv Berlin (Hg.): bauhaus zeitschrift 1926–1931, Faksimile-Edition, mit einem Essay von Astrid Bähr. 2019.
Berg, Alban
1885–1935
Komponist
Biografischer Verweis
https://www.deutsche-biographie.de/pnd118509322.html
https://www.mgg-online.com/mgg/stable/533852
Bezug
Bisher kein Aufenthalt am Bauhaus nachweisbar, jedoch Kontakt mit u. a. Walter Gropius, Alma Mahler-Werfel, Johannes Itten und weiteren Akteuren insbesondere aus dem Wiener Kreis. In der Bewerbung von Erwin Ratz ans Bauhaus findet sich laut Meisterratsprotokollen ein Empfehlungsschreiben von B. Auch Rezeption seiner Musik in Konzerten, etwa im Rahmen der Auftritte des Kolisch-Quartetts am 27. September 1927 oder von Eduard Steuermann am 10. Februar 1931. B.s Violinkonzert ist Manon Gropius gewidmet (»Dem Andenken eines Engels«).
Literatur (Auswahl)
Braun, Anna: Von »Art School« bis »Underground Club«. Räume der Interaktion von visueller Kunst und Popmusik im London der 1960er Jahre. 2021. Wahl, Volker/Ackermann, Ute: Die Meisterratsprotokolle des Staatlichen Bauhauses Weimar 1919–1925, hg. von Volker Wahl, bearbeitet von Ute Ackermann. 2001.
Blitzstein, Marc
1905–1964
Komponist, Pianist
Biografischer Verweis
https://www.deutsche-biographie.de/pnd119380749.html
https://www.mgg-online.com/mgg/stable/534494
Bezug
Bisher kein Aufenthalt am Bauhaus nachweisbar. Seine Oper »Parabola and Circula« (1929) sollte laut Angaben Blitzsteins am Theater Dessau in Kooperation mit dem dortigen Bauhaus uraufgeführt werden; in diesem Zuge auch Aufenthalt in Dessau und ggf. Besuch des Bauhauses. Möglicherweise auch Kontakt durch die »Novembergruppe« und ihr nahestehende Künstler*innen.
Literatur (Auswahl)
Müller, Kai Hinrich/Schmid, Rebecca: »Herz und Schmerz im Land der Geometrie: Marc Blitzsteins Oper Parabola and Circula im Kontext seines musiktheatralen Schaffens«. In: Musikerinnen und Musiker im Umfeld des Bauhauses, hg. von Kai Hinrich Müller. 2025. Pollack, Howard: Marc Blitzstein: His Life, His Work, His World. 2015. Gordon, Eric A.: Mark the Music: The Life and Work of Marc Blitzstein. 1989.
Brönner, Hans
1892–1978
Organist, Komponist
Biografischer Verweis
https://www.deutsche-biographie.de/pnd135485843.html
Bezug
Stadtorganist und lokaler Unterstützer in Weimar (u. a. Unterschrift unter Offenen Brief an die Landesregierung zur Unterstützung des Bauhauses). Kontakt mit u. a. Walter Gropius und vor allem Lyonel Feininger: Musik bei dessen Sonntagsgesellschaften, zudem intensiver Austausch und Fugenunterricht; auch soll er Feininger eine Ausgabe der »Kunst der Fuge« von J. S. Bach überreicht haben, die dessen Beschäftigung mit Fugenkompositionen motivierte. Laut Meisterratsprotokollen schlug Feininger vor, B. zu einem Bauhaus-Abend einzuladen, um dem »offenbar vorhandenen Bedürfnis nach Musik« zu entsprechen, »indem Brönner zuweilen vor Bauhäuslern spielt« (Wahl2001, S. 140). Konzert am Bauhaus am 30. Oktober 1922 mit Werken von J. S. Bach und Feininger. Neben Willi Apel auch Musiklehrer von Lorenzo Feininger.
Literatur (Auswahl)
Burdow, Ines/Hüneke, Andreas (Hg.): »Sweetheart, es ist alle Tage Sturm«. Lyonel Feininger – Briefe an Julia 1905–1935. 2021. Ganter, Martha: »Die Musikvorträge am Weimarer Bauhaus«. In: bauhausvorträge. Gastredner am Weimarer Bauhaus 1919–1925, hg. von Peter Bernhard. 2017. S. 317–361. Weber2007. Wahl, Volker/Ackermann, Ute: Die Meisterratsprotokolle des Staatlichen Bauhauses Weimar 1919–1925, hg. von Volker Wahl, bearbeitet von Ute Ackermann. 2001. Maur, Karin von: »Feininger und die Kunst der Fuge«. In: Musikwissenschaft zwischen Kunst, Ästhetik und Experiment. Festschrift Helga de la Motte-Haber zum 60. Geburtstag, hg. von Reinhard Kopiez, Hans Neuhoff u. a. 1998. S. 343–358.
Busch, Adolf
1891–1952
Violinist
Biografischer Verweis
https://www.deutsche-biographie.de/pnd118876759.html
https://www.mgg-online.com/mgg/stable/594229
https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00002553
Bezug
Mitglied im Kuratorium des Freundeskreises. Bruder und Kammermusikpartner von Fritz und Hermann Busch; mit Letzterem auch Kammermusikpartner von Rudolf Serkin im Busch-Serkin-Trio. In verschiedenen Formationen Auftritte am Bauhaus (u. a. am 1. Juli 1920, 7. November 1926, 29. November 1927 und 11. März 1931; Programme in Müller2025). Zudem enger Kontakt mit u. a. Wassily Kandinsky und Paul Klee.
Literatur (Auswahl)
Hopfengart, Christine: »›Klee-Konzerte‹ und Hausmusik – Paul und Lily Klee als Musikerpaar am Bauhaus«. In: Musikerinnen und Musiker im Umfeld des Bauhauses, hg. von Kai Hinrich Müller. 2025. S. 135–149. Fontaine, Susanne: »Ausdruck und Konstruktion. Die Bach-Rezeption von Kandinsky, Itten, Klee und Feininger«. In: Luminös und illuminiert. Das Bauhaus und der Bauhauskünstler Leo Grewenig beobachtet und in Produktivität reflektiert, hg. von Dagmar Hinke und Thomas Kube. 2019. S. 90–118. Ganter, Martha: »Die Musikvorträge am Weimarer Bauhaus«. In: bauhausvorträge. Gastredner am Weimarer Bauhaus 1919–1925, hg. von Peter Bernhard. 2017. S. 317–361. Philipp Oswalt (Hg.): »Lehrangebot und Ereignisse Bauhaus Dessau – 1927 bis 1930«. In: Hannes Meyers neue Bauhauslehre. Von Dessau nach Mexiko, hg. von Philipp Oswalt. 2019. S. 534–549. Stooss, Toni: Paul Klee. Melodie/Rhythmus/Tanz. 2008. Vitali, Christoph (Hg.): Paul Klee und die Musik. 1986. Bauhaus-Archiv Berlin (Hg.): bauhaus zeitschrift 1926–1931, Faksimile-Edition, mit einem Essay von Astrid Bähr. 2019. Bauhaus-Archiv Berlin (Hg.): bauhaus zeitschrift 1926–1931, Faksimile-Edition, mit einem Essay von Astrid Bähr. 2019.
Busch, Fritz
1890–1951
Dirigent
Biografischer Verweis
https://www.deutsche-biographie.de/pnd118517872.html
https://www.mgg-online.com/mgg/stable/594230
https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00001742
Bezug
Bisher kein Aufenthalt am Bauhaus nachweisbar, laut handschriftlicher Liste jedoch vorgesehen für Mitgliedschaft im Kuratorium des Freundeskreises (Ablehnung durch B.). Bruder und Kammermusikpartner von Adolf und Hermann Busch. Gemäß Hopfengart2018 Versuch durch B., Paul Klee als Bühnenbildner für eine Neuinszenierung des »Don Giovanni« (W. A. Mozart) in Dresden zu gewinnen. Zudem Kontakt mit Oskar Schlemmer im Zuge der Ausstattungsbeauftragung von »Das Nuschi-Nusch« und »Mörder, Hoffnung der Frauen« (jeweils Paul Hindemith). Gemeinsam mit Carl Ebert Mitbegründer des Glyndebourne Festivals, bei dem u. a. Georg Muche und Franz Singer zu Gast waren: »Nun, Muche, sind Sie gekommen, um hier ein Bauhaus aufzumachen?« (vgl. Muche1961). In seiner Autobiografie geht B. nur am Rand auf das Bauhaus ein.
Literatur (Auswahl)
Hopfengart, Christine (Hg.): Paul Klee. Musik und Theater in Leben und Werk. 2018. Ganter, Martha: »Die Musikvorträge am Weimarer Bauhaus«. In: bauhausvorträge. Gastredner am Weimarer Bauhaus 1919–1925, hg. von Peter Bernhard. 2017. S. 317–361. Busch, Fritz: Aus dem Leben eines Musikers (Erstausgabe 1949, Neuauflage 2001). 2001.
Busch, Hermann
1897–1975
Cellist
Biografischer Verweis
https://www.deutsche-biographie.de/pnd130816981.html
https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00002554
Bezug
Bruder und Kammermusikpartner von Fritz und Adolf Busch; mit Letzterem zudem Kammermusikpartner von Rudolf Serkin im Busch-Serkin-Trio. Mitwirkung in der Aufführung von Arnold Schönbergs »Pierrot Lunaire« am 27. Oktober 1922. Das Gastspiel fand im Rahmen einer Konzertreise statt, die das Ensemble auch nach Magdeburg, Bochum, Barmen, Düsseldorf und Bonn führte (Berichterstattung u. a. in »Musikblätter des Anbruch« Heft 4, 1922; vgl. zudem ThürStArch: StaatBauWei Nr. 26).
Literatur (Auswahl)
Schmidt, Dörte/Weber, Brigitta: Keine Experimentierkunst. Musikleben an Städtischen Theatern in der Weimarer Republik. 2017. Ganter, Martha: Musikleben und musikalische Einflüsse am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Masterarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2012. Stuckenschmidt, Hans Heinz: Musik am Bauhaus. Vortrag gehalten im Bauhaus-Archiv in Berlin am 11. Mai 1976, hg. von Hans Maria Wingler. 1978.
Busoni, Ferruccio
1866–1924
Pianist, Komponist, Schriftsteller
Biografischer Verweis
https://www.deutsche-biographie.de/pnd118518011.html
https://www.mgg-online.com/mgg/stable/533059
Bezug
Vielfältige Bezüge zum Bauhaus, insbesondere durch Schüler*innen, die der Institution nahestanden (vgl. Ganter2020). B.s Haltung war hingegen eher ambivalent. Kontakt mit u. a. Walter Gropius und Paul Klee. Rezeption seiner Musik u. a. während der Bauhaus-Woche 1923 mit Uraufführung von Klavierwerken durch Egon Petri in seiner Anwesenheit (auch die Aufführung einer Suite für Orchester war geplant; keine weiteren Informationen hierzu). Korrespondenz zwischen Bauhaus und Busoni u. a. in ThürStArch: StaatBauWei Nr. 43 und Busoni-Briefausgabe (»Ferruccio Busoni – Briefe und Schriften«), in Letzterer auch Briefwechsel mit Philipp Jarnach nebst Einladung zur Bauhaus-Woche (»Gehn’s kommen’s mit.«, Brief vom 8. August 1923).
Literatur (Auswahl)
Busoni-Briefausgabe (»Ferruccio Busoni – Briefe und Schriften«), Online: https://busoni-nachlass.org. Knyt, Erinn: Ferruccio Busoni As Architect of Sound. 2023. Ganter, Martha: »Busoni und sein enger Schülerkreis. Personelle und kunstübergreifende Beziehungen zum Staatlichen Bauhaus in Weimar«. In: Jahrbuch 2017 des Staatlichen Instituts für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz. 2020. S. 109–126. Ganter, Martha: »Die Musikvorträge am Weimarer Bauhaus«. In: bauhausvorträge. Gastredner am Weimarer Bauhaus 1919–1925, hg. von Peter Bernhard. 2017. S. 317–361. Miyashita, Makoto: »Die Neue Klassizität. Klee, Busoni und Hindemith«. In: Paul Klee. Melodie und Rhythmus, hg. vom Zentrum Paul Klee. 2006. S. 177–198.